20. März 2018

Befristete Arbeitsverträge - Sportrecht

Rechtmäßigkeit befristeter Arbeitsverträge im Profisport, insbesondere im Profifußball

 

Im Regelfall sollen Arbeitsverträge aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes unbefristet geschlossen werden. Befristete Arbeitsveträge sind aber im Profisport, vor allem im Profifußball, die gängige Regel.

 

Die Befristung eines Arbeitsverhältnisses soll grundsätzlich die Ausnahme sein. Ausnahmen sieht § 14 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vor. Danach dürfen Arbeitsverträge, die über einen längeren Zeitraum als zwei Jahre geschlossen werden, nur mit einem Sachgrund befristet werden. Dies gilt grundsätzlich auch für professionelle Sportler, die als Arbeitnehmer gelten, sofern sie in die Organisation eines Vereins eingebunden sind und den Weisungen dieses Vereins unterliegen. Insbesondere professionelle Fußballspieler sind regelmäßig rechtlich als Arbeitnehmer einzuordnen.

 

Ausnahmefall und Sachgrund im Sport - Profisport

 

Ein in § 14 TzBfG genannter Ausnahmefall und Sachgrund für einen befristeten Arbeitsvertrag ist die „Eigenart der Arbeitsleistung“. Fußballvereine greifen regelmäßig auf diesen Befristungsgrund zurück. Argumentiert wird, dass Profisportler einem viel größeren „Verschleiß“ sowie „Abnutzungserscheinungen“ unterliegen, als dies andere Arbeitnehmer tun und in diesem Sinne keine „normalen“ Arbeitnehmer sind. Von Profisportlern werden sportliche Höchstleistungen gefordert und vertraglich geschuldet; diese können sie aber in aller Regel nur über eine bestimmte und begrenzte Zeit – nicht bis zum Rentenalter - erbringen. Die Befristung diene ferner auch der Wettbewerbsfähigkeit eines Vereins sowie der Stabilität des gesamten Wettbewerbs einer bestimmten Liga. Hinzu komme, dass zumindest im Bereich des Profifußballs die Spieler sehr hohe Gehälter erhalten. Die Tätigkeit als Profisportler, insbesondere als Profifußballer ist aus den vorgenanngten Gründen im Vergleich zu vielen anderen („normalen“) Beschäftigungen besonders und bedürfe daher auch besonderer Regelungen.

 

Vereine, insbesondere Fußballvereine konnten nun aufatmen. Das Bundesarbeitsgericht hat die Ansicht de Vereine nun bestätigt und ist der vorstehenden Argumentation gefolgt. Die Vertragsbefristungen im Profisport, insbesondere im Bereich Profifußball, wurden als wirksam eingestuft. Insbesondere gebe es keinen Rechtsanspruch auf Spieleinsätze oder eine bestimmte Anzahl dieser. Im Übrigen haben die Befristungen auch Vorteile für die Sportler selbst; Zeitverträge ermöglichen diesen schnelle Vereinswechsel und eröffnen somit neue Karriere- und Einkommenschancen. Befristete Arbeitsverträge, die eine Gesamtdauer von zwei Jahren übersteigen, sind grundsätzlich und jedenfalls im Profifußball, weiterhin möglich. (BAG, Urteil vom 16.01.2018, Az.: 7 AZR 312/16)

Ob eine arbeitsvetragliche Befristung wirksam ist, bedarf einer Prüfung anhand des jeweiligen Einzelfalls.